Wegen eines Einsatzgeschehens an anderer Stelle in der Stadt, an dem Kräfte von zwei Wachen der Berufsfeuerwehr im Einsatz waren, wurden die Freiwilligen Feuerwehren Mainz-Kastel und Wiesbaden-Delkenheim am Abend des 13. November gegen 20:30 Uhr in Bereitschaft alarmiert. Wir rüsteten uns einsatzklar aus und verweilten im eigenen Gerätehaus – natürlich mit FFP 2 Maske, gut belüftet und mit Abstand. Wäre in dieser Zeit ein weiterer Notruf in den betroffenen Wachbezirken eingegangen, der die Feuerwehr erfordert, hätten wir dorthin ausrücken müssen. Die Situation entspannte sich aber nach gut 2 Stunden, denn die Wachen der Berufsfeuerwehr waren dann wieder ordnungsgemäß besetzt und einsatzbereit. Damit konnte unsere Bereitschaft wieder aufgelöst werden.
Erneute Einstellung des Übungsbetriebs
Mit dem erneuten Anstieg des Infektionsgeschehens und Inzidenzien von deutlich über 50 wurde erneut angeordnet, jeglichen Übungsdienst bis zu einer Entspannung der Lage einzustellen. Das gilt ebenso für die Jugendfeuerwehr. Die Jugendfeuerwehr versucht sich, Freitags stattdessen online zu treffen und halbwegs weiter zu arbeiten.
Der Einsatzdienst ist davon nicht betroffen! Wir sind weiterhin Einsatzbereit, jedoch werden wir nicht für jedes Einsatzstichwort mit alarmiert.
Auffahrunfall im Rückstau
Am 10. Oktober ereignete sich auf der A66 zwischen Diedenbergen und Hofheim ein schwerer Verkehrsunfall mit Todesfolge nach einem illegalen Autorennen (hierzu mehr z.B. bei hessenschau.de). Im entstandenen Rückstau ereignete sich dann ein weiterer Unfall in Höhe des Wiesbadener Kreuzes. Durch den heftigen Auffahrunfall wurde der Kühler des auffahrenden PKWs beschädigt und es trat reichlich Kühlwasserdampf auf. Der Anschein eines Fahrzeugbrandes führte zum Alarm, so dass wir ebenfalls auf die A66 ausrückten. Nach der Versorgung einer verletzten Person durch den Rettungsdienst gab es für die Feuerwehr hier nichts weiter zu tun. Leider standen wir nun selbst in dem Rückstau der Vollsperrung und mussten, wie alle anderen Fahrzeuge auch, die A66 über die Ausfahrt Diedenbergen verlassen, um in Richtung Wiesbaden wieder aufzufahren. Letzendlich kamen wir nach mehr als einer Stunde wieder am Gerätehaus an.
Kurzer Ausflug auf die A3
Am frühen Nachmittag des 14. September wurden wir zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden-Nordenstadt zu einem Böschungsbrand auf die A3 zwischen dem Wiesbadener Kreuz und der Raststätte Medenbach gerufen. Dort eingetroffen, mussten wir nicht weiter tätig werden, da eine Streife der Autobahnpolizei bereits mit einem Feuerlöscher den Entstehungsbrand gelöscht hatte.
Schulung zum Hygienekonzept
Am 11. September besuchte uns Ralf Nothacker von der Berufsfeuerwehr Wiesbaden und schulte uns – etwas improvisiert unter Coronabedingungen – über das Hygienekonzept der Feuerwehr Wiesbaden bei Brandeinsätzen. Dabei ging es nicht um spezielle Hygiene und Sonderlocken wegen Corona, sondern um die alltäglichen Maßnahmen zur Einhaltung einer gewissen Grundhygiene auch ohne Corona, wenn wir bei Brandereignissen tätig werden.
Bei beiname jedem Brand entstehen giftige Schadstoffe, denen man möglichst wenig direkt ausgesetzt sein möchte. So wird zwar mit Atemschutzgeräten und vollständig hautbedeckender Schutzkleidung beim direkten Arbeiten an Bränden die Gefahr minimiert, jedoch kommt man danach mit kontaminierter Kleidung auch wieder zurück. Diese gilt es möglichst noch an der Einsatzstelle zu wechseln, in von uns mitgeführten Wäschesäcken zu verpacken und anschließendem Reinigen der Hände und anderer offener Körperstellen mit Wasser und Seife, ebenfalls mitgeführt durch das Löschfahrzeug. Verdreckte Ausrüstungsgegenstände sollten nicht in der Mannschaftskabine abtransportiert werden bzw noch vor Ort wieder gereinigt werden.
Insbesondere Handlungsweisen, wie sie vor 20 bis 30 Jahren noch Gang und Gebe waren sind ziemlich unangebracht und sollten nicht mehr unter dem vielerorts in Feuerwehren verakerten Motto „haben wir schon immer so gemacht“ beibehalten werden – so sie denn weiterhin praktiziert werden.
Die Schulung zeigte aber auch, dass wir in vielerlei Hinsicht längst „modern“ geworden sind und mit dem sich stetig weiter entwickelndem Grundkonzept mitgewachsen sind. Wesentlich mehr Schutzkleidung, Mitführen von Seifen, Tüchern und sogar Desinfektionsmitteln, sowie Wäschesäcke und Wechselkleidung sind mittlerweile Alltag.
Vielen Dank an die Kollegen der Berufsfeuerwehr, welche sich an diesem Abend die Zeit nahmen, uns zu besuchen und den Unterricht zu gestalten.
2. September-Donnerstag ist Warntag
Am 10. September sollten in ganz Deutschland Warn-Apps piepen, Sirenen heulen, Rundfunkanstalten ihre Sendungen unterbrechen und Probewarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen. An diesem Tag fand nämlich der erste bundesweite Warntag seit der Wiedervereinigung statt. Das Signal zur Warnung sollte ab 11.00 Uhr und das zur Entwarnung um 11.20 Uhr erfolgen.
Zur Warnung der Bevölkerung nutzen Bund, Länder und Kommunen alle verfügbaren Kommunikationskanäle: so etwa das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betriebene Modulare Warnsystem und Warn-Apps wie NINA, KatWarn oder HessenWarn, eine Vielzahl von Medien und Rundfunksendern bis hin zu Sirenen und Lautsprecherdurchsagen vor Ort.
Sirenen laufen
Im gesamten Stadtgebiet der Landeshauptstadt Wiesbaden war um 11:05 Uhr ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton „Warnung der Bevölkerung“ und um 11:20 Uhr ein einminütiger gleichbleibender Dauerton „Entwarnung“ zu hören. Die Funktionsfähigkeit der einzelnen Sirenen wurde von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden vor Ort überprüft.
Zusatz-Info
Gemäß des Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes haben die Gemeinden die Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall sicherzustellen. Nach dem Katastrophenschutzkonzept des Hessischen Innenministeriums werden in Wiesbaden folgende Möglichkeiten genutzt: eine im Gemeindegebiet flächendeckende Sirenenbeschallung mit dem Signal „Eine Minute Dauerton, zweimal unterbrochen“ (Feueralarm) sowie in einigen Bereichen eine flächendeckende Sirenenbeschallung mit dem Signal „Eine Minute Heulton“ (Warnung der Bevölkerung).
Folgende Verhaltensregeln sollten vor allem beim Signal „Warnung der Bevölkerung“ eingehalten werden. Diese sind einheitlich durch das Bundesministerium des Innern geregelt und gelten auch in Wiesbaden:
- Sofort Türen und Fenster schließen
- Den Aufenthalt im Freien vermeiden
- Das Radio einschalten und auf Durchsagen achten
- Aktuelle Meldungen der Feuerwehr beachten, auch auf dieser Website
- Nachbarn verständigen
- Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten
Brennender PKW an Tankstelle

Nur drei Tage nach dem Alarm zu einem PKW mit Motorschaden wurden wir in der Nacht zum Montag erneut, etwa gegen 0:20 Uhr, alarmiert. Diesmal zu einem brennenden PKW nach Unfall auf einem Tankstellengelände auf der Autobahn 66 in Richtung Erbenheim.
Eingehende Notrufe in der Leitstelle beschrieben einen ausgedehnten Brand eines verunfallten Fahrzeugs, der Fahrer sei im PKW eingeklemmt und das Feuer habe bereits auf Teile der Tankstelle übergegriffen. Aufgrund dieser Meldungen und der unklaren Lage vor Ort wurde ein Großaufgebot der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei entsandt, darunter auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Nordenstadt und Delkenheim.
Vor Ort wurde ein ausgedehnter Fahrzeugbrand festgestellt, welcher bereits auch auf den Verkaufsraums der Tankstelle übergegriffen hatte. Der verunfallte PKW hatte eine komplette Zapfsäule durch den Aufprall abgerissen und deren Teile in den Eingangsbereich des Tankstellengebäudes geschleudert. Die ersteintreffenden Rettungskräfte konnten eine schwerverletzte Person aus den Trümmern des in Brand geratenen PKW retten und zur weiteren medizinischen Versorgung dem Rettungsdienst übergeben. Neben dem unter Schock stehenden Mitarbeiter der Tankstelle, welcher geistesgegenwärtig die Notabschaltung der Tankstelle vorgenommen hatte, wurden aufgrund der starken Rauchentwicklung noch vier weitere Personen durch Brandrauch leicht verletzt und ebenfalls in Wiesbadener Kliniken transportiert.

Das Feuer konnte durch den direkt vorgetragenen und umfangreichen Löschangriff der Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht werden, sodass weiterer Schaden an der Tankanlage verhindert werden konnte. Dabei stellten jeweils die Feuerwehr Nordenstadt und die Feuerwehr Delkenheim einen Trupp unter Atemschutz und bekämpften das Feuer an der abgerissenen Zapfsäule und dem verunfallten PKW mit Schaum von zwei Seiten. Die Berufsfeuerwehr bereitete ein weiteres größeres Schaumrohr vor, so dass alle ausgetretenen Stoffe großflächig mit Schaum bedeckt werden konnten.
Die A66 in Fahrtrichtung Rüdesheim musste für die gesamten Rettungs- und Löscharbeiten durch die Autobahnpolizei voll gesperrt werden, sodass es zu entsprechenden Verkehrsbehinderungen kam.
Mehr dazu z.B. bei wiesbadenaktuell.de
Motorschaden
In der Nacht zum Donnerstag wurden wir kurz nach 1 Uhr zusammen mit der Feuerwehr Nordenstadt zu einem PKW Brand auf der A66 in Richtung Erbenheim in der Ausfahrt zur Tankstelle alarmiert. Beide Wehren trafen noch vor der ebenfalls alarmierten Berufsfeuerwehr an der Einsatzstelle ein, stellten jedoch fest, dass der PKW nicht brannte, sondern einen Motorschaden erlitt und damit sein Kühlwasser in Form von Wasserdampf verlor. Kurze Zeit später durften wir dann den nächtlichen Schlaf fortsetzen.


